Vom Familienbetrieb zum globalen Wachstum: Komet Irrigation nimmt Kurs auf das nächste Kapitel
Komet hat sich immer wieder neu erfunden. Über siebzig Jahre Präzisionstechnik, unternehmerischer Mut und ein gelebtes Nachhaltigkeitsverständnis treffen jetzt auf eine ehrgeizige globale Expansion.
Im Gespräch zeigt sich Hugo Drechsel, einer der drei Söhne des Gründers von Komet Irrigation, offen und zugewandt, mit einer direkten Authentizität, die die Philosophie des Unternehmens prägt. „Der Markt folgt, wenn man Mehrwert liefert“, sagt er über den Leitsatz, den ihm sein Vater mitgegeben hat. Dieser Anspruch, kompromisslose Genauigkeit mit menschlicher Wärme zu verbinden, prägt die DNA von Komet und das nächste Kapitel unter der Leitung der Geschäftsführer Andree Groos (CEO) und Sacha Hoffmann (COO).
Ein Familienerbe, geprägt vom Wasser
Die Geschichte von Komet beginnt im deutschsprachigen Norden Italiens. Hugos Großmutter, wegen ihres ausgeprägten Geschäftssinns liebevoll „Advocat“ genannt, importierte dort Landmaschinen aus Skandinavien. „Sie war hart, entschlossen und nicht aufzuhalten“, erzählt Hugo lachend. „Und sie hat meinen Vater aus dem Haus geworfen, als er beschloss, ein eigenes Unternehmen zu gründen, statt ihren Weg weiterzugehen.“
Aus diesem Unabhängigkeitsdrang entstand Komet. Anfangs installierte Hugos Vater komplette Beregnungsanlagen, spezialisierte sich aber bald auf Regner. Diese Entscheidung legte den Grundstein für die spätere Führungsrolle des Unternehmens in der mechanisierten Beregnung. „Wer einmal mit Wasser arbeitet, lässt nie wieder los“, hörte er schon früh. Hugo erklärt: „Landwirte sind bescheiden und bodenständig, und ihr Leben folgt Zyklen. Diese Beständigkeit hat unsere Arbeitsweise und unsere Werte geprägt.“
Als Hugo und seine Brüder Arno und Viktor geboren wurden, gab es Komet bereits seit rund zehn Jahren, und das Unternehmen war fest etabliert. Hugo erinnert sich an das Aufwachsen in einem Familienbetrieb: Beim Sonntagsessen ging es um Produktion, Kunden und technische Herausforderungen. „Als es ums Studium ging, hatten wir die Wahl … na ja, eigentlich hatten wir keine“, sagt er schmunzelnd. Doch diese Prägung brachte Durchhaltevermögen, Gespür und ein tiefes Verständnis für die Landwirtschaft, das man in keinem Hörsaal lernt.

Technik in der DNA: Vertrauen, Detail und Innovation
Die Kultur von Komet beruht auf den Grundsätzen des Vaters, ganz alte Schule: offene Worte, Geschäfte per Handschlag und der unbedingte Wille, Zusagen einzuhalten. Hugo erinnert sich: „Er hat nur zugesagt, was er auch liefern konnte. Die Leute haben ihn respektiert. Wettbewerber wussten, dass sie ihn herausfordern konnten, aber er hat nie enttäuscht.“
Dieser Anspruch an Exzellenz setzte sich in den Werken fort. Die Verlagerung der Produktion von Italien nach Österreich, die im Jahr 2000 abgeschlossen war, erfolgte bewusst und schrittweise. Hugo erinnert sich: „Wir haben gewartet, bis langjährige Mitarbeitende in Pension gingen, bevor wir umgestellt haben. Das Werk in Österreich zeigt, wie unser Vater uns das Arbeiten beigebracht hat: eine Aufgabe ordentlich erledigen, in Qualität investieren, dann folgt die Perfektion.“ Die vom Bauhaus beeinflusste Liebe zum Detail seines Vaters, bei der jedes Element einen Zweck erfüllt, erstreckte sich auch auf Umweltfragen. So war Nachhaltigkeit bei Komet selbstverständlich, lange bevor sie weltweit zur Pflicht wurde.
Innovation stand für Hugo immer im Mittelpunkt. „Wir waren die Jäger, nicht die Gejagten“, sagt er. Ein entscheidender Moment war die Entwicklung der Komet-Pivot-Regner, ein Markt, der jahrzehntelang von nur zwei Anbietern beherrscht wurde. Die Brüder investierten zehn Jahre konsequenter Entwicklungsarbeit. „Anfangs hat niemand an uns geglaubt“, erinnert sich Hugo. „Aber wir haben bewiesen, dass sich Einsatz und hervorragende Technik Respekt verschaffen.“ Heute hält das Pivot-Regner-Sortiment einen bedeutenden Weltmarktanteil. Das zeigt, dass das Unternehmen bereit ist, sich technisch schwierigen und wirtschaftlich anspruchsvollen Aufgaben zu stellen.
Nachfolge und strategische Partnerschaften
Der Übergang zur zweiten Generation war keine Kleinigkeit. Hugo und seine Brüder standen vor grundlegenden Entscheidungen zu Investitionen, Marktausbau und Führung. Den Verkauf an die schwedische Private-Equity-Gesellschaft Trill Impact gingen sie mit großer Sorgfalt an. Hugo erklärt: „Wir wollten, dass unser Team, unsere Mitarbeitenden und die Kultur von Komet auch über uns hinaus eine Zukunft haben. Die Verantwortung abzugeben, war wie das Aufwachen in einer neuen Realität. An einem Tag trägt man alles, am nächsten beginnt man mit einem leeren Blatt. Für spannende neue Abenteuer …“
Mit dieser Übergabe war der Weg frei für das Geschäftsführungsteam mit CEO Andree Groos und COO Sacha Hoffmann. Sie führen das Unternehmen durch einen ehrgeizigen Fünfjahresplan, in dem sich der Umsatz verdoppeln soll.

Wachstum mit Haltung
Andree war beeindruckt von den hohen Ansprüchen und der weltweiten Präsenz von Komet. „Es gab keine Kompromisse, weder bei der Qualität noch bei Details oder Prozessen“, sagt er. „Für ein Unternehmen aus einer Kleinstadt in den Alpen ist es bemerkenswert, weltweit Spitzenleistung zu liefern.“
Seine Wachstumsstrategie ruht auf drei Säulen: Marktdurchdringung, operative Exzellenz und neue Produktlösungen. Bestehende Beziehungen zu Landwirten werden durch kontinuierlichen Austausch und technische Unterstützung vertieft. Kapazität und Automatisierung wachsen mit der weltweiten Nachfrage. Digitale und datenbasierte Lösungen wie Beregnungssensoren, Ferndiagnose und Feldüberwachung erweitern das Produktangebot von Komet. „Innovation ist für Komet normal“, sagt Andree. „Mehr als die Hälfte unseres Umsatzes machen wir mit Produkten, die es vor zehn Jahren noch nicht gab.“
Übergeordnete Entwicklungen wie Klimaschwankungen, Wasserknappheit und sich verändernde Lieferketten fließen in jede strategische Entscheidung ein. Komet versteht sich als Teil der Lösung und hilft Landwirten, mit weniger mehr zu produzieren. „Nachhaltigkeit steckt in unserer DNA“, ergänzt Hugo. „Unsere Produkte sparen Wasser, senken den Energieverbrauch und tragen dazu bei, die Welt zu ernähren.“
Kultur und Wachstum in Balance
Die Kultur von Komet trotz des kommerziellen Wachstums zu bewahren, hat hohe Priorität. Andree nennt Tempo, Pragmatismus, Liebe zum Detail und null Kompromisse als Eigenschaften, die es zu schützen gilt. Gleichzeitig kommen Transparenz, strukturierte Entscheidungsprozesse und datenbasierte Abläufe hinzu, um das globale Wachstum zu tragen.
Hugo und seine Brüder sind überzeugt, dass ihr Erbe im Mittelpunkt bleibt: die Nähe zu den Landwirten, die Weitergabe von Wissen und der konsequente Anspruch an Qualität. „Für uns galt immer: erst schulen, dann verkaufen. Der Markt folgt, wenn man Mehrwert liefert“, sagt Hugo.
Der Blick nach vorn
Während Komet sein nächstes Kapitel beginnt, bleibt die Haltung der Gründer in jeder Entscheidung sichtbar. Andree bringt es auf den Punkt: „Komet hat sich immer wieder neu erfunden. Unsere Kunden liegen uns am Herzen, und wir wachsen mit ihnen. Unsere Vision: führend bei Komponenten und Lösungen für die Präzisionsberegnung, für nachhaltiges, profitables Wachstum.“
Vom kleinen Familienbetrieb in den Alpen zum weltweit tätigen Beregnungsspezialisten: Komet zeigt, wie Durchhaltevermögen, Erfindergeist und eine menschliche Führungskultur Innovation und Nachhaltigkeit voranbringen. Das Unternehmen steht vor starkem Wachstum. Seine Verankerung in technischer Exzellenz, ethischem Handeln und der Nähe zu den Landwirten sorgt dafür, dass dieser Kurs nicht nur ehrgeizig, sondern auch beständig ist.
